
von Sabine
Michi und ich besichtigen das Herz Moskaus: den Roten Platz, die St. Basils Cathedral und den Kreml. Der creepy Hoehepunkt des Tages ist aber unbestritten Lenin: Nach seinem Tod beschloss Stalin, ihn nicht gemaess seines letzten Wunsches in Petersburg neben seiner Mutter zu begraben, sondern ihn weiterhin in den Dienst der Sache zu stellen. Nach seinem Tod wurde Lenin deshalb mumifiziert und sein Koerper wird bis heute vor der Mauer des Kremls zur Schau gestellt. Der Eintritt zur Gruft ist gratis: Lenin ist fuer alle.
Also statten auch wir Vladimir Iljitsch Lenin einen Besuch ab: Starre Polizeiwachen weisen vor dem Eingang den Weg hinunter in die Gruft. Alle paar Stufen bewachen Dreiergruppen den toten Mastermind Russlands. Die kuehle Gruft ist rot beleuchtet, Stehenbleiben ist untersagt. Wir umrunden den Glassarg, der Koerper selbst sieht aus wie aus Wachs. Absurd und unheimlich. Mit flauem Magen gehen wir aus Lenins Ruhestaette hinaus in die Hitze des Roten Platzes und holen unsere Kameras, die wir zuvor abgeben mussten, ab. Auf dem Weg zum Alexandrovsky Park kommen wir wieder dort vorbei, wo man sich zuvor zur Beschau Lenins angestellt hatte. Es ist bereits 13.15 Uhr - Lenin stand nur bis 13 Uhr zur Verfuegung. Einer der Waechter meint zu uns: "Ladies, you're too late for Lenin!" Erst spaeter faellt uns die passende Antwort ein: "It's never too late for Lenin."
Am Abend regnet es endlich.
Scorpions, Wind of Change
http://www.youtube.com/watch?v=5KcRl1p2waM